Andalusien Rundreise - Teil 5: zu Besuch in den weißen Dörfern Ronda und Arcos

16:17:00

Ronda - Königin der weißen Dörfer Andalusiens


Ihr Lieben, heute brechen wir mit Euch zum vorletzten Teil unserer Andalusien-Rundreise auf. Entfernt man sich etwas von den dicht bebauten Stränden der spanischen Küste und bricht auf in die Region der Sierra de Cádiz um das spanische Bergland zu entdecken, kann man spektakuläre Aussichten, eine beeindruckende Landschaft und nette aufgeschlossene Menschen kennenlernen.

Wir nehmen Euch heute mit in eines, wenn nicht in das berühmteste der 19 im Landesinneren gelegenen "weißen Dörfer" den "Pueblos Blancos" - ein Andalusien-Highlight. Die Gegend bildet auch den Hintergrund der bekannten Oper "Carmen" und zog auch berühmte Schriftsteller wie Ernest Hemingway, Max Frisch oder Rainer Maria Rilke an. Auf der Liste der schönsten Dörfer Andalusiens ganz oben steht Ronda. Vielleicht habt ihr die "Puente Nuevo" die "Neue Brücke" von Ronda schon einmal auf einem Foto gesehen. Ich hatte lustigerweise erst letzte Woche genau dieses Bild als Bildschirmschoner (Windows10) auf meinem PC ...





Ronda - die Königin der weißen Dörfer

Gegründet im neunten Jahrhundert vor Christus, ist das spektakulär auf einer Hochebene im andalusischen Hinterland gelegene Ronda auch eines der ältesten Dörfer Spaniens. Der Weg dorthin führt (aus allen Richtungen) durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit vielen Korn- und Sonnenblumenfeldern und schließlich durch gebirgiges Terrain. Wir waren mit einem Mietwagen unterwegs und haben den Mietwagen an einem öffentlichen Parkplatz abgestellt. Die weißen Dörfer zeichnen sich durch Ihre besondere Architektur aus: ähnlich wie in Santorini sind die Fassaden der fast schwalbenartig an den bergigen Hängen klebenden, kubischen Häuser mit Kalkfarbe strahlend weiß getüncht. Eine Mischung aus Renaissance- und maurischem Stil mit vielen schmiedeeisernen Elementen und Blumen wie auch im restlichen Andalusien.

zu Besuch in Ronda einem der weißen Dörfer den "Pueblos Blancos" - ein Andalusien-Highlightschmiedeeiserner mit Blumen geschmückter Balkon in Ronda

Alameda del Tajo

Aufgebrochen zu unserem Spaziergang durch Ronda sind wir von Rondas beliebtestem Park dem "Alameda del Tajo" aus. Für mich gehört es zu jedem Urlaub mich auch einmal in ein tolles Cafè oder einen schönen Park zu setzen und dem alltäglichen Treiben zuzusehen. Im Park spielt sich vor allem sonntags ein großer Teil des Familienlebens ab. Es ist herrlich sich eine Bank im kühlen Schatten zu suchen und eine Weile damit zu verbringen die Aussicht zu genießen und andere Besucher zu beobachten. Und die Aussicht kann sich sehen lassen. Wir waren tagsüber dort, aber ich stelle es mir herrlich vor, das Grazalema Gebirge bei Sonnenuntergang vom "Balcon del Coño" am Ende des Parks aus zu betrachten.

Rondas Lieblingspark "Alameda del Tajo" mit den "Balcon del  Coño"
traumhafte Aussicht von den "Balcon del Coño" aus auf das Grazalema Gebirge

traumhafte Aussicht von den "Balcon del Coño" aus





Besonders hat mich eine Wand mit einer riesigen Passionsblume beeindruckt. Wenn ich das mit meiner kleinen Passionsblume vergleiche, die auf meinem Fensterbrett steht. Herrlich. Spaziert man zuerst ans rechte Ende des Parks und dann ans linke Ende und von dort aus geradeaus weiter gelangt man zum "Plaza de Toros" dem Platz vor der Stierkampf-Arena.



Der "Plaza de Toros de Ronda"

Bekannt ist Ronda auch für seine Stierkampfarena. Diese wurde vom selben Architekten um 1783 bis 1789 erbaut, wie die Puente Nuevo. Diese Stierkampfarena ist laut Wikipedia " ... eine der ältesten und größten Spaniens und gilt als Geburtsstätte des spanischen Stierkampfes in seiner heute üblichen Form". Die Arena bietet 6.000 Besuchern platz und ist wohl auch eine der schönsten Stierkampfarenen Spaniens. Aus Sandstein gebaut und mit der typischen weißen Kalkfarbe getüncht hat die Arena ein recht schmuckloses Äußeres. Aber ein Blick hinein lohnt sich: Geschossartig reichen sich Arkaden mit Pfeilern aneinander und die Holzverkleidungen sind z. T. wunderschön bemalt. Außerdem ist in der Arena auch das Stierkampfmuseum untergebracht. Das Museo Taurino eröffnet Einblicke in die Gesichte des Stierkampfs, zeigt viele Original Plakate und auch die Kostüme der Stierkämpfer. Die ortsansässige Familie Romero entwickelte im 18. und 19. Jahrhundert Regeln für den Stierkampf, die auch heute noch Gültigkeit haben wie z. B. dass, und wie der Torero das Tuch gebraucht, das dieser nicht mehr zu Pferd, sondern zu Fuß gegen den Stier antritt, bis hin zu Stil und Posen. Viele junge Spanier stehen dem Stierkampf eher kritisch gegenüber, während er für viele ältere einfach dazugehört. Immer weiter gerade aus gelangt man zur Hauptsehenswürdigkeit des Ortes.

Skulptur eines Toreros vor der Stierkampfarena an der Plaza de Toros de RondaStierkampfarena an der Plaza de Toros de Ronda
Skulptur eines Stiers an der Plaza de Toros de Ronda


Die "Neue Brücke" (Puente Nuevo)
 

Das "Dorf" Ronda (heute eher eine Kleinstadt) liegt auf etwa 800 Metern. Ein Teil von Ronda, die Altstadt "La Ciudad", liegt von der mehr als 100 Meter tiefen Schlucht "El Tajo" in der, der Rio Guadalevin fließt, durchschnitten, auf der einen Seite der Schlucht, während der neuere Teil "Mercadillo" auf der anderen Seite liegt. Über diese Schlucht spannt sich die für Ronda charakteristische im 18. Jahrhundert erbaute "Neue Brücke" (Puente Nuevo), die gleichzeitig auch die Hauptsehenswürdigkeit des Ortes darstellt und beide Stadtteile miteinander verbindet. Von dort aus hat man einen atemberaubenden Ausblick auf die felsige Landschaft und in die Schlucht hinunter. Überquert man die Brücke, kann man weiterspazieren zur Casa don Bosco. 

Schlucht "El Tajo" mit der "Neuen Brücke" (Puente Nuevo)

Laterne auf der "Neuen Brücke" der Puente Nuevo
Schlucht "El Tajo" mit der "Neuen Brücke" der "Puente Nuevo" über den Rio Guadalevin


Casa Don Bosco

Ein Muss ist es, die Casa don Bosco zu besichtigen. Vormals ein Krankenhaus für Salesianerpriester kann das Haus mit seiner dunklen Hauseinrichtung und der traumhaft auf einem natürlichen Felsvorsprung gelegene Garten besichtigt werden. Schöne Keramikarbeiten sind dort auch zu sehen. Vorbei an der Kirche Santa María la Mayor kann man über die "Jardines de Cuenca" den Rückweg antreten und gelangt wieder zur Puente Nuevo.

Casa Don Bosco in Ronda
Garten mit Springbrunnen der Casa don Bosco in Ronda mit traumhaftem Ausblick

Ausblick auf die "Neue Brücke" die Puente Nuove vom Garten der Casa don Bosco aus
Garten der Casa don Bosco
Traumhafter Ausblick vom Garten der Casa don Bosco aus
Treppe im Garten der Casa don Bosco in Ronda Andalusien
Garten der Casa doosco in Ronda Andalusien


Die Jardines de Cuenca

Bei den "Jardines de Cuenca" handelt es sich um Gärten, die sich entlang einer Seite der "El Tajo"-Schlucht hinaufziehen. Einzelne Beete und Terrassen, die der Form der Schlucht folgen, ziehen sich die steile Felswand hinauf und können leicht erwandert werden. Es bieten sich schöne Blicke auf die Schlucht und die Brücke und bringen Sie schlussendlich zurück zur Puente Nuevo. Dort haben wir uns anschließend ein kleines Restaurant gesucht und noch etwas getrunken und gegessen, bevor wir aufgebrochen sind, um ein weiteres weißes Dorf zu besichtigen.

Ausblick auf die andalusische Landschaft

Traditionell weiß getünchtes Haus mit buntem Blumenschmuck in Ronda einem der weißen Dörfern Andalusiens

Blick auf die Puente Nuove von den Die Jardines de Cuenca aus



Arcos de la Frontera

Dieses ist der Hauptort und meist der Ausgangspunkt um die weißen Dörfer zu besuchen. Steil am Felsen gebaut ist der Ort mit seinen schmalen Straßen und verwinkelten Gassen eines der schönsten Bergdörfer Andalusiens. Vor allem das Castillo de los Duques und die vielen Kirchen und Kapellen sind sehr sehenswert.

Ausblick auf die andalusische Landschaft von Arcos de la Frontera aus
Glockenturm in Arcos de la Frontera - einem der weißen Dörfer Andalusiens

Neben schönem Kunsthandwerk wie hübschen Tapasschälchen gibt es hier die wohl beste hausgemachte Limonade, die wir in diesem Urlaub getrunken haben. Und das war eine wirklich nette Geschichte. Wir hatten eigentlich bereits gegessen, aber leider nicht besonders gut und nicht besonders reichhaltig. Nun war es ziemlich heiß und wir hatten Durst, also setzten wir uns an einem kleinen Platz nieder, um etwas zu trinken. Als die Getränke kamen, gab es auch ein Schälchen mit Nüssen, die wir aus Gram, Hunger und Appetit ratzeputz aufgegessen haben. Was den schon etwas älteren, sehr adrett gekleideten Inhaber dazu veranlasste, uns auch noch einen Teller mit Käse hinzustellen. Und der war wirklich sehr lecker. Weil die Preise aber nun wirklich sehr moderat waren bestellten wir anschließend noch ein Brot mit Thunfisch und Tomaten, so machte er dann vielleicht doch noch etwas Gewinn mit uns. Obendrein gab es noch Tipps zu den örtlichen Sehenswürdigkeiten und einen netten Plausch. So mag man das im Urlaub. Das werde ich ganz sicher nie vergessen und es war eine der nettesten Begegnungen unserer Andalusienreise.

Beste hausgemachte Limonade unserer Andalusienreise in Arcos de la Frontera


Die weißen Dörfer eignen sich gut um Kultur, heimische Flora & Fauna und die Menschen Andalusiens ein bisschen näher kennenzulernen. Außerdem sind Sie gute Ausgangspunkte für Wanderungen und Fahrradtouren. Das Hotel, in dem wir an der Costa de la Luz gewohnt haben, hat auch ein Hotel in einem der weißen Dörfer das Hotel Fuerte Grazalema. Im "FuerteBlog" sind die verschiedenen weißen Dörfer gut beschrieben: "Der Charme des Landesinneren von Malaga: die 20 schönsten Dörfer der Provinz"

Die beste Zeit, das andalusische Hinterland, zu besuchen ist im Frühling und im Herbst, wenn die Temperaturen noch mild sind. In den Sommermonaten kann es dort, noch mehr als an den Küsten sehr sehr heiß werden. So allgemeine Infos gibt es aber auch im nächsten und letzten Teil unserer Andalusien-Rundreise noch mal zusammengefasst.

Liebste Grüße

You Might Also Like

2 Kommentare

  1. Ich mag eure Sonntagsspaziergänge wirklich sehr - zum Träumen bei dem momentanen Gruselwetter ^^

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Steffi :) ja ein echtes Mistwetter draußen ...
      Liebste Grüße
      Simone

      Löschen

Wir ❤ Kommentare, vielen lieben Dank!
Wir geben uns auch immer Mühe, euch bald möglichst zu antworten.

Wir ❤ Kommentare.

Vielen lieben Dank für Euren Kommentar.
Wir geben uns auch immer Mühe, euch bald möglichst zu antworten.
© 2016 Alles was wir lieben Blogspot.
IMAGE CREDIT: Soweit nicht anders angegeben, unterliegen alle Fotos und Texte dem Copyright.

Letzte Posts