Meine Sprachreise: Neuseeland erwandern - Tongariro Alpine Crossing

08:00:00



Ihr Lieben, heute nehme ich Euch mit nach Neuseeland - von Deutschland aus gesehen also ans andere Ende der Welt. Nach einem wirklich langen Flug bin ich gut auf Aotearoa (= Land der langen weißen Wolke, Māori-Bezeichnung für Neuseeland) angekommen. Ich bin froh, mir die achtwöchige Auszeit für diese Sprachreise genommen zu haben. Bei meiner Gastfamilie und in meiner Klasse in der Sprachschule habe ich mich gut eingelebt. Neuseeland besticht durch seine traumhafte Natur, die hilfsbereiten Einwohner (Kiwis) und durch die Option alle Jahreszeiten an nur einem einzigen Tag zu erleben. Viele spannende Wochen liegen vor mir und die möchte ich ein bisschen mit Euch teilen, wenn Ihr mögt. Vorsicht es folgt ein etwas längerer, ausführlicher Post ;), es war einfach so schön! Ich bin wirklich begeistert von der wechselhaften Landschaft.




Es geht hoch hinaus - Tongariro Alpine Crossing

Da ich, wie oben erwähnt, hier in Neuseeland 20 Stunden pro Woche eine Sprachschule besuche, sind auch hier die Wochenenden eine willkommene Unterbrechung, die gut genutzt werden will. Heute nehme ich Euch mit auf meinen ersten Wochenendausflug - zu Tongariro Crossing. Dabei handelt es sich um einen 19,4 km langen Rundwanderweg. Ca. sieben Stunden dauert es den 1.967 Meter hohen Mt. Tongariro zu erwandern. Voraussetzung: Man sollte gerne wandern und ein bisschen Übung haben, um den Rundwanderweg zu bezwingen. Eine gute Kondition sollte man außerdem mitbringen und am Wandertag muss die Witterung gut sein. Normalerweise bekommt man diese Infos aber auch in der Unterkunft, es kann nämlich durchaus auch sein, dass der Wanderweg gesperrt ist, falls es stürmt und regnet. Aus eigener Erfahrung kann ich Euch nun sagen, was Ihr besser auf diesem Ausflug dabei haben solltet.

Das solltet Ihr dabeihaben - Tongariro Crossing

  • festes Schuhwerk (Bergschuhe und gute Socken - das vermeidet Blasen habe ich gelernt)
  • extra warme Wanderkleidung (ich erzähl euch später noch warum ;))
  • Handschuhe und Mütze!
  • Regenjacke
  • viel zu trinken
  • Essen für eine Pause (es gibt nichts zu kaufen)
  • Kamera 
  • ggf. Sonnenbrille, Sonnenhut und Sonnencrème (je nach Witterung)

Anfahrt zum Nationalpark Tongariro und Mount Tongariro

Und schon kann es losgehen. Von Auckland aus brachen wir mit einem kleinen Bus auf. Über Huntly/Hamilton, die Waitomo Caves fuhren wir erst einmal zum Tongariro Nationalpark. Gebucht habe ich alles über die Reisegruppe (Hotel, Transfer etc.). Ca. sechs Stunden dauert es, bis man mit dem Bus im Nationalpark ankommt, unterwegs gibt es aber viel zu bestaunen, sodass die Fahrt recht kurzweilig ist. Die Landschaft ändert sich ständig: Mal sieht man Wasser, mal hohe Berge, mal eine Kleinstadt. In unserem Hotel am Tongariro Nationalpark angekommen, ging es gleich ab ins Bett, um am nächsten Tag fit für den langen Weg zu sein.

Natürlich geht es wie bei jeder Bergwanderung gleich nach dem Frühstück los. Vom Hotel aus wurden wir zum Fuß des Mount Tongariro gefahren. Inmitten von bewachsenen Dünen bekamen wir noch ein paar Sicherheitshinweise vermittelt. Nur ein paar lokale Reiseanbieter sind berechtigt, den Berg/Vulkan anzufahren. Gekostet hat der Transfer separat 35NZ$. Aber schon der Anblick war die Anreise wert: In der Nacht zuvor hatte es in den Bergen geschneit. Sogar die Einheimischen hatten das so im Januar noch nicht gesehen. Motiviert und gut gestärkt waren wir bereit für den langen Weg.

Der Weg ist das Ziel!

Zuerst wandert man auf einem geraden, schmalen Kiesweg gefühlt ca. zwei Kilometer näher an den Berg heran. Danach verändert sich der Weg, es geht mehr auf und ab begleitet von kleinen Bächen. Anschließend folgte ein Holzsteg, dort wo besondere Bodenbeschaffenheit herrscht, die nicht durch die Wanderer zerstört werden soll. Den Mount Tongariro immer vor Augen und im Blick war dieser doch noch so fern ...

Weiter geht es den Berg hinauf über Respekt einflößende Stufen. Bevor wir diese in Angriff genommen haben, haben wir lieber noch eine kurze Pause eingelegt und uns gestärkt. Schmale Wege führen über kleine Treppen weiter den Berg hinauf. In den Sommermonaten bis ca. April sind dort viele Wanderer unterwegs und man muss genau aufpassen, wo man hintritt, wenn man auf den engen Stufen jemanden ausweichen will. Ab jetzt wird die Landschaft immer steiniger, schwärzer und karger je höher man kommt. Der naheliegende Berg Mount Ngauruhoe (2.287 Meter) hatte sogar einen Auftritt als "Schicksalsberg" in Herr der Ringe. Ein bisschen kam auch ich mir wie Frodo vor ... :D







Dann eine lange Gerade, nach dem Aufstieg über die Treppen tut es gut, etwas auszuruhen. Leider war es bei unserem Besuch nebelig, sodass die Sicht nicht allzu gut war ... Trotzdem war ich begeistert, von der Aussicht auf diese ganz besondere, karge und raue Landschaft.  





Weiter geht es steil hinauf, dieses Mal ohne Treppen, auf schwarzem sandigen Vulkanboden. Die Temperatur liegt hier, würde ich sagen, schon bei um die Null Grad. Ihr merkt, warme Kleidung, Handschuhe und Mütze sind ein Muss. Es folgen immer wieder schmale Steilhänge mit Ketten oder einem Seil (Klettersteig) um sich hochzuziehen und festzuhalten.






Endlich (nach ca. 4 Stunden) am höchsten Punkt dem "Red Crater" angekommen, war es leider sehr nebelig. Aber ich war froh und zufrieden den weiten Weg doch einigermaßen zügig zurückgelegt zu haben. Hatte es bei unserem Start in Auckland noch 20° Grad, waren es an diesem Tag im Tongariro Nationalpark, dort oben, nur noch 15° Grad. Je weiter man den Berg hinauf steigt, desto kälter wird es, bis man den höchsten Punkt (1.967 Meter) erreicht und die Temperatur bei ca. vier Grad Minus lag. Und weil es am Gipfel nicht nur sehr kalt, sondern auch sehr windig war, haben wir uns recht schnell wieder an den Abstieg gemacht. Es gilt beim Abstieg die Augen offen zu halten, denn man kommt an einer halbhohen Steinwand vorbei aus der heißer Dampf austritt. Hier strömt warme Luft aus dem Inneren des Vulkans und dieser ist alles andere als schlafend ...



Weiter den Berg hinab ging es, neben dem frischen Schnee von letzter Nacht der auf dem schwarzen sandigen Weg lag. Man musste gut achtgeben, nicht abzurutschen, vor allem bei dem starken Wind, der dort wehte. Durch den Nebel spitzen dann aber schon wieder die ersten eisblauen kleinen Vulkanseen. Diese Farben! Wirklich fabelhaft. Gerade im Gegensatz zu der grau/schwarzen kargen Landschaft, in die sie so gar nicht zu passen scheinen leuchten Sie deshalb umso blauer.




Von den "Lakes" aus ging es weiter zu einer Erhöhung, dann steinige Wege steil bergab, bis sich langsam der Nebel lichtet und den Blick freigibt auf immer mehr Grün und eine traumhafte Aussicht. Gut zu sehen, eine kleine Holzhütte, die sich prima zum Rasten eignet und wo es auch schon wieder deutlich wärmer ist. Nicht zu vergessen die Toiletten ;). Nach einer kurzen Pause und einer kleinen Brotzeit ging es weiter bergab. Die Wege erinnerten mich ein bisschen an die Wege die Armeisen  bauen. Der folgende Teil des Weges ist dann wieder sehr schön denn alles ist saftig grün ...



Zum Schluss führt der Weg ca. 1 Stunde durch eine Art Dschungel. Man hat plötzlich das Gefühl in einer ganz anderen Welt zu sein, ein bisschen Jurassic Park Feeling schwingt da schon mit. Man wandert vorbei an rauschenden Bächen, in tropischer Regenwaldluft dem Ende und gleichzeitigen Ausgangspunkt zu. Total geschafft erwartet uns ein großer Parkplatz mit Grünfläche zum Ausruhen. Hier wird ein bisschen verschnauft, bis unser Transfer kommt und uns wieder aufliest.




Mir hat die Tongariro Alpin Überquerung sehr gut gefallen, allerdings würde ich mich beim nächsten Mal besser vorbereiten. Obwohl es anstrengender war als gedacht, würde ich den Weg auf jeden Fall ein zweites Mal gehen. Ich kann es jedem, der schöne Landschaften und Aussichten liebt nur empfehlen, wenn man in der Nähe ist. Absolute Empfehlung!

Liebste Grüße

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1 Kommentare

  1. Klingt nach einem super Ausflug! Ich bin gespannt, was wir noch alles von deiner Reise lesen dürfen :-)

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